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Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften (ZSE) /
Journal for Comparative Government and European Policy Jahrgang / Volume VII, Nr. / No. 2 (2009) Sabine Kropp Die subversive Kraft des Informalen: Verfassungsdynamik im föderalen System Russlands Das föderale System Russlands war in den vergangenen 20 Jahren von einer beträchtlichen Verfassungsdynamik gekennzeichnet. Nach 2000 kam es sogar zu einem Typenwechsel, ohne dass auch nur eine einzige Verfassungsänderung vorgenommen wurde. Stattdessen wurden über einfache Gesetze und informale Regeln umfassende Spill-Over-Effekte auf das föderale Teilsystem erzielt. Diese Entwicklung trug dazu bei, dass Russland heute die Gestaltungsprinzipien des kompetitiven Autoritarismus und des Föderalismus miteinander verbindet. Der Beitrag untersucht auf der Grundlage einer Kombination von neoin-stitutionalistischen Theorien und kognitionstheoretischen Überlegungen, welche Konstanten trotz fortlaufenden Wandels in der Entwicklung des föderalen Systems erkennbar sind. Tatsächlich haben sich in Russland klientelistische Muster im Verhältnis zwischen Zentrum und Regionen stabilisiert, die nahe legen, dass eine pfadabhängige Entwicklung wesentlich über informale Institutionen verstärkt wird. Die Bindung an formale Regeln bleibt angesichts des instrumentellen Umgangs mit der föderalen Ordnung einstweilen gering. The Russian federal system is being characterised by an outstanding dynamic development during the last 20 years. After 2000, even the type of federalism has changed without any amendment of the Russian constitution. We can instead observe substantial spillovers on the federal system caused by laws and informal rules. As a result, the principles of competitive authoritarianism and federalism are coupled in today’s Russia. Based on a combination of new institutionalism and elements of cognitive theory, this article outlines constant features of federal interactions which occurred in spite of federal dynamics. In Russia, clientelism has become a remarkable characteristic in the relationship between the federation and its constituent units. This way, path-dependence may be reinforced by informal institutions while the compliance of formal federal institutions remains underdeveloped. |