Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften (ZSE) /
Journal for Comparative Government and European Policy
Jahrgang / Volume VII, Nr. / No. 2 (2009)


Ingolf Deubel

Die Föderalismusreform II: eine sinnvolle Weiterentwicklung der Verschuldungsgrenzen

Bund und Länder haben sich auf Grundlage von Empfehlungen der Föderalismuskommission II auf eine weitreichende Reform der Finanzverfassung geeinigt. Kernpunkt der Reform ist eine Weiterentwicklung der Regeln zur Begrenzung der Neuverschuldung in den öffentlichen Haushalten sowie die Einrichtung eines Stabilitätsrats, der das Entstehen von Haushaltskrisen vermeiden soll. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Bestandteile der neuen Schuldenregel zusammen und geht dabei insbesondere auf die neuartige Unter-scheidung zwischen struktureller Haushaltslage und vorübergehenden Einflüssen auf die öffentlichen Finanzen (Konjunktur, Notsituationen) ein. Im Anschluss setzt sich der Beitrag mit einer Reihe von Argumenten gegen die neue Schuldenregel auseinander, die in der bisherigen Diskussion besondere Popularität genossen.

Based on the recommendations of the “Commission on Federalism Reform II”, the federal and Länder levels in Germany have agreed upon a far reaching reform of fiscal federalism. Its core consists of enhanced rules for limiting public borrowing and the installation of a “Stability Council”, which will be in charge of preventing budgetary crises. This contribution summarises the most important elements of the new rules on public borrowing, focussing especially on the new distinction between the structural situation of the public budgets and temporary influences (economic cycle, emergency situations). Thereafter, some popular arguments against the reform are being discussed.