Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften (ZSE) /
Journal for Comparative Government and European Policy
Jahrgang / Volume VI, Nr. / No. 2 (2008)


Peter M. Huber

Entflechtung der Verwaltungskompetenzen als Leitidee der Föderalismusreform

Anders in der vorangegangenen Reformstufe sind die Beratungen zur „Föderalismusreform II“ nicht von einem klaren Leitbild geprägt. Eine Weiterentwicklung der Bundesstaatlichkeit sollte deren Vorteile (Berücksichtigung regionaler Besonderheiten, erweiterte Partizipationsmöglichkeiten, „checks and balances“) stärken; dem könnte etwa eine Entflechtung der Verwaltungskompetenzen von Bund und Ländern dienen. Dies betrifft u. a. die Bundesauftragsverwaltung und die Gemeinschaftsaufgaben, zugleich ist mit Blick auf mögliche neue Mischverwaltungen, etwa im IT-Bereich, Zurückhaltung angezeigt. Gleiches gilt für eine verstärkte Kooperation der Länder oder von Bund und Ländern.

Unlike its predecessor, the ongoing second stage in reforming German federalism is not guided by a clear and comprehensive concept. The future development of the federal order should strengthen its distinct advantages (accommodation of regional specifics, enhanced participation, checks and balances), for instance by further disentangling the administrative competencies of the Federation and the Länder. This applies, for example, to the “Bundesauftragsverwaltung” and the “Gemeinschaftsaufgaben”. On the other hand, new forms of co-operative policy-making ought to be approached with caution and scepticism.