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Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften (ZSE)
Jahrgang II, Heft 2 (2004) Stefan Korioth Zwischen Verfassungsrecht und Finanzpolitik: Haushaltsnotlagen im deutschen Bundesstaat – eine Erwiderung Mit einem im September 2003 beim Bundesverfassungsgericht eingereichten Normenkontrollantrag macht das Land Berlin jetzt auch gerichtlich geltend, es befinde sich in einer extremen Haushaltsnotlage, die den Bund zu finanziellem Beistand verpflichte. Die Darlegungen Berlins lassen darauf schließen, dass das Land den Umfang der vom Bund beanspruchten Sanierungshilfe auf rund 40 Mrd. Euro schätzt. Dieser Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf die gegenwärtige Finanzpolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist auf dem Weg, den Schuldenstaat als neue Staatsform zu etablieren. Das führt zur Frage, ob und wie das Verfassungsrecht – Grundgesetz und Landesverfassungen – überhaupt in der Lage sein kann, krisenhaften Finanzsituationen vorzubeugen und sie, wenn sie eingetreten sind, zu bewältigen. Der Beitrag erwidert zugleich auf die Ausführungen von Joachim Wieland (ZSE 4/2003). In September 2003, the Land of Berlin initiated legal proceedings by asking the Federal Constitutional Court to review its extreme budgetary situation in order to oblige the federal government to provide supplementary grants. According to the Berlin government’s argumentation, the costs for overcoming the extreme budgetary deficit will amount to 40 billion Euros. This case sheds light on the current financial policy in Germany that is about to establish the “debt state” as a new form of government. Referring to the contribution of Joachim Wieland in ZSE 4/2003, the article examines, whether German constitutional law – both at federal and Länder levels – will be able to prevent financial crises of the mentioned magnitude and how it might be able to cope with them. The author stresses the political implications of this issue, going beyond a narrow legal perspective. |