Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften (ZSE)
Jahrgang I, Heft 1 (2003)


Wolfgang Franz

Zur Notwendigkeit wirtschaftspolitischer Reformen

Nach der Bundestagswahl 2002 lässt die Politik der Regierung Schröder bislang keine in sich stimmige Orientierung erkennen, die eine Lösung der Strukturprobleme auf den „wirtschaftspolitischen Großbaustellen“ in Deutschland wahrscheinlich machte. Der vorliegende Beitrag erinnert an den konzeptionellen Reformbedarf, den der Gesetzgeber in diesem Bereich in Angriff nehmen muss. Im Mittelpunkt stehen dabei ökonomisch sinnvolle Handlungsoptionen zum institutionellen Regelwerk auf dem Arbeitsmarkt, zu den sozialen Sicherungssystemen wie dem Steuersystem. Soweit möglich empfiehlt sich die Einführung von „Reform-Testphasen“, um die überwiegende Status quo-Orientierung zu durchbrechen.

Due to the “zigzag course” of the Schröder government following its re-election in 2002 there is currently no consistent policy at solving most pressing socio-economic problems in Germany. This contribution stresses the necessary conceptual coherence of economic policy-making by discussing the main options for reforming labour market regulations, the social security systems and the tax system. Regarding the implementation of substantial reforms, “testing phases” should be introduced in order to break the paralysing status quo-orientation within German politics and society.